Wir haben uns diese Frage tatsächlich gestellt. Ganz praktisch, während wir zusammen mit dem Kurator Bilder auswählten. Rahmen bestellten. Texte schrieben. Termine abstimmten. Während all der Arbeit, die eine Ausstellung mit sich bringt. Denn eines ist offensichtlich:
Noch nie war es so einfach, Bilder zu zeigen.
Jeder kann seine Arbeiten innerhalb weniger Minuten veröffentlichen. Webseiten, soziale Medien und digitale Galerien machen das möglich. Wer möchte, erreicht Menschen auf der ganzen Welt. Warum also dieser Aufwand? Warum Bilder malen, drucken, transportieren, hängen und beleuchten?
Vielleicht, weil eine Ausstellung etwas hervorbringt, das vorher gar nicht existiert hat.
Die meisten Werke dieser Ausstellung sind ursprünglich für sich entstanden. Jedes Bild hatte seinen eigenen Anlass. Seine eigene Geschichte. Seine eigene Zeit.
Für uns ist während der Vorbereitung etwas unerwartetes geschehen: Plötzlich begannen unsere Arbeiten miteinander zu sprechen. Eine Farbe aus einem Gemälde tauchte in einer Fotografie wieder auf. Eine Stimmung wanderte von einem Bild zum nächsten. Verbindungen wurden sichtbar, die bei ihrer Entstehung niemand geplant hatte. Genau diese Entdeckungen gehören zu den schönsten Momenten dieser Ausstellung. Denn auf einmal zeigen wir nicht einfach Bilder. Sondern erzeugen Begegnungen. Zwischen Werken. Gedanken. Menschen. Vielleicht liegt darin der eigentliche Sinn.
Eines steht fest: Eine Ausstellung ist kein Lagerraum für Kunst.
Sie ist ein Ort, an dem etwas geschieht. Wer durch die Räume geht, wird ganz selbstverständlich andere Verbindungen entdecken als wir. Andere Schwerpunkte setzen. Andere Fragen mitnehmen. Und genau darauf sind wir neugierig. Denn am Ende entsteht jede Ausstellung zweimal. Einmal durch diejenigen, die sie gestalten. Und ein zweites Mal durch diejenigen, die sie besuchen.
