Sind Sie schon mal mit einer Lupe durch eine Kunstausstellung gegangen? Wahrscheinlich nicht. In den Galerien, Museen und Ausstellungen darf man oft nicht dicht an die Werke herantreten. Anfassen erst recht nicht.
Bei uns schon.
Es gibt Bilder, die nur beeindrucken, wenn man sie aus der Ferne betrachtet. Und es gibt die, die ihr Geheimnis erst preisgeben, wenn man sich ganz nah herantraut. Für diese Ausstellung haben wir beides vorbereitet. Für die kleinen Kunstwerke: große Lupen, ein Mikroskop. Werkzeuge, die den Blick schärfen.

Wer sich beugt, entdeckt eine Welt, die im Alltag unbemerkt bleibt. Ein Farbwirbel, der wie ein Ozean wirkt. Ein Schatten, der ein eigener Kontinent ist.

Sehen mit dem inneren Auge
Ausgewählte Fotografien und Malereien werden von Geschichten begleitet. Man kann sie lesen oder sich vorlesen lassen, denn ein Bild verschwindet ja nicht, nur weil jemand es nicht oder nur schwer sehen kann. Es braucht eben einen anderen Weg dorthin.
Unsere Geschichten versuchen gar nicht erst, ein Bild Wort für Wort nachzubauen. Sie erzählen etwas Eigenes. Etwas, das aus dem Bild entstanden ist und wieder zu ihm zurückführt. Wer sehen kann, bekommt dadurch vielleicht einen zweiten Blick. Wer wenig oder gar nichts sieht, kann sich sein eigenes Bild machen.
Bei der Keramik wird es noch einfacher. Die darf man anfassen.
Und weil wir inzwischen Gefallen an diesen verschiedenen Wegen gefunden haben, kamen irgendwann auch noch Geräusche und Musik dazu.
Man kann also schauen. Lesen. Hören. Anfassen.

