Hördinger für das Ohr

Eine Kunstausstellung bringt erstaunliche Fragen hervor.
Zum Beispiel diese:

„Wie hört man eigentlich ein Bild, ohne dabei zwölf andere Menschen mitzubeschallen?“

Die Antwort liegt inzwischen bei uns auf dem Tisch. Klein. Weiß. Ein wenig wie ein medizinisches Gerät aus einem Science Fiction Film der frühen Neunzigerjahre.

Für Farbe berührt haben wir Hörstationen vorbereitet. Einige Arbeiten erzählen nämlich weiter. Leise. Per Audio. Gedanken, Geschichten, kleine Nebenwege. Dafür braucht man ein Smartphone und Kopfhörer.

Und weil das Leben voller Überraschungen steckt, besitzen erstaunlich viele Menschen unterwegs entweder:

a) gar keine Kopfhörer
oder
b) ein Kabel mit exakt jenem Anschluss, der seit gestern ausgestorben scheint.

Also haben wir vorgesorgt.

Ein gutes Dutzend dieser „Hördinger“ wartet nun in der Ausstellung auf seinen Einsatz. Diese Kopfhörer werden ans Ohr geklipst statt tief hineingestopft. Das wirkt zunächst etwas futuristisch, trägt sich aber angenehm unkompliziert. Vor allem entsteht dabei jenes beruhigende Gefühl, dass vorher niemand mit dem Gerät bis zum Trommelfell hinabgewandert ist.

Kurz gesagt: hygienisch, leicht zu benutzen und freundlich zu Frisuren, Ohrringen und Menschen, die bei Technik grundsätzlich erst einmal seufzen.

Die kleinen weißen Dinger verleihen wir während der Ausstellung natürlich kostenlos.

Man setzt sie ans Ohr.
Das Bild beginnt zu sprechen.
Und plötzlich steht man mitten zwischen Farbe, Stimme und eigenen Gedanken.

Genau dort wollten wir hin.

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