Vom kreativen Durcheinander zur kuratierten Ordnung.

Das Atelier von Roswitha Schumacher-Kuckelkorn wirkt wie ein aufgeschlagenes Skizzenbuch. Nur dass die Seiten hier Wände sind. Und der Tisch. Und der Boden.
Farben stehen in Gruppen. Tuben stehen aufrecht. Leinwände sind startklar. Frisch getöpferte Vasen warten auf ihre Bemalung. Ein riesengroßes Durcheinander, doch hier schlägt das Herz von: Farbe berührt
Ein Bild.
Noch eines.
Und noch eines.
„Die Leinwände werden zu Feldern, auf denen Eindrücke, Erinnerungen und Landschaften zu Farbräumen zusammenschmelzen.“ (Kunsthaus ARTES)
Für uns beginnt nun die eigentliche Arbeit. Die stille, unbequeme. Welches Bild geht in die Ausstellung? Die Frage klingt harmlos. Sie ist es nicht.
Ein Atelier liebt seine Fülle. Eine Ausstellung verlangt Auswahl.
Plötzlich stehen wir vor einer Wand aus Möglichkeiten. Drei Bilder passen nebeneinander. Fünf wollen hinein. Zehn schauen uns an wie Kinder, die ebenfalls mit zum Ausflug möchten. Ein Kurator denkt in Linien, Rhythmen, Blickachsen. Ein Künstler denkt in Geschichten. Ein Bild denkt gar nicht. Es wirkt einfach.
Parameter tauchen auf.
Größe.
Farbklang.
Ein Bild darf den Raum öffnen.
Ein anderes muss antworten.
Ein drittes hält Stille zwischen zwei starken Stimmen.
Manchmal entscheidet der Kopf. Oft entscheidet der Bauch. Und gelegentlich entscheidet das Bild selbst. Die Ausstellung entsteht aus dieser seltsamen Mischung aus Zweifel, Intuition und Gespräch. Zwischen Staffelei und Kaffeetasse. Zwischen zwei Blicken, die auf dasselbe Bild fallen und dennoch Verschiedenes sehen.
Am Ende verlässt nur ein kleiner Teil der Werke den Raum.
Der Rest bleibt zurück.

