Das Atelier von Roswitha Schumacher-Kuckelkorn leuchtet in die Nacht wie ein offenes Versprechen. Die große Scheibe, einst Schaufenster, ist jetzt eher ein Rahmen. Es ist kaum ein Abstand zwischen der Straße und ihrer Kunst. Passanten bleiben stehen, gebannt vom Licht und Farbenmeer.

Drinnen die Malerin, umgeben von Pinseln, Gläsern, Tuben, Leinwänden. Auf dem Tisch eine kleine Ordnung im Chaos der Ideen. Rot, Grün, Blau. Jede Farbe steht in Reihe und will zuerst gehört werden. Im Schaufenster gerahmte Bilder. Farbenfrohe Zeugen ihrer Kunst.



Das Atelier ist Bühne und Werkstatt zugleich. Hier geschieht Malerei im Moment, sichtbar, ungeschützt. Die große Scheibe macht sie öffentlich, ohne sie zu entzaubern. Man spürt, dass Roswitha Schumacher-Kuckelkorn nicht malt, um etwas zu zeigen. Sie malt, um etwas zu finden.
Das Dunkel der Nacht verliert in dem Moment an Gewicht, wo das Licht vom Raum nach draußen fällt. Farbe wird zum freundlichen Wegbegleiter. Lädt ein zum Dialog mit den Werken, bleibt anwesend, selbst wenn man weitergeht. Kunst und Leben sind manchmal nur durch eine Glasscheibe getrennt. Durchsichtig, aber voller Bedeutung.
