Alles oder nichts

Für mich solls rote Rosen regnen. Hildegard Knef singt vom Wunsch nach dem Vollen. Vom Tisch, der sich biegt. Vom Leben, das Farbe bekennt. Alles meint Überfluss. Lautstärke. Glanz. Ein Ja ohne Zögern.

Die Bilder von Roswitha Schumacher-Kuckelkorn sprechen in dieser Lautstärke. Farben drängen nach vorn. Helles Braun stößt an Gelb. Blau lacht über Grün. Die Leinwand atmet Fülle. Der Raum, die Leinwand, füllt sich mit Blicken. Die Augen der Besucher trinken. Das Herz geht mit. Alles zeigt sich. Alles will gesehen werden.

Mehr als zweitausend Jahre zuvor schaut Laotse von einer anderen Seite. Er hebt eine Teeschale an. Er zeigt auf das Nichts, den leeren Raum darin. Die Form trägt. Die Leere hält. Das Wesentliche sammelt sich im Offenen. Tee fließt nur dorthinein, wo Platz bleibt. Der Sinn einer Teeschale wohnt im Freigelassenen.

Alles und Nichts berühren sich. Beide verlangen Mut. Alles fordert Hingabe. Nichts fordert Vertrauen. Zwischen beiden spannt sich ein feines Band. Es trägt Gewicht. Es schwingt.

Die Keramiken von Torsten Gripp stehen still. Dunkler Ton. Dezente Glasuren. Innen weitet sich der Raum. Das „Nichts“ öffnet nicht nur die Türen für Tee. Auch das Innere der Menschen wird angesprochen. Um die Intension des Künstlers nachvollziehen zu können, bekommen besondere Stücke einen Namen. Die unten abgebildete Matcha-Schale bekam als Zeichen der Wertschätzung den Namen:

静園 – Sei en
(Ein stiller, in sich ruhender Garten.)

Beides lebt vom gleichen Kern. Vom Mut zur Klarheit. Die Eine gibt Farbe frei. Der Andere gibt Raum frei. Ihr Alles leuchtet. Sein Nichts trägt. Zusammen entsteht Spannung. Wie ein Atemzug. Einatmen füllt. Ausatmen klärt.

Farbe berührt, weil sie wagt. Stille berührt, weil sie lässt. Das Auge springt. Die Hand verweilt. Der Schritt verlangsamt sich. Der Besucher lächelt irgendwo zwischen Bild und Becher. Jeder Mensch kennt diesen Ort. Jeder weiß um die Kraft des Dazwischen.

Alles oder nichts wirkt wie eine Entscheidung. In Wahrheit zeigt sich ein Kreis. Fülle wächst aus Leere. Leere schützt Fülle. Das Lied von den roten Rosen und die Lehre vom offenen Gefäß reichen sich die Hand. Beide sprechen vom gleichen Wunsch. 

Ein Leben, das stimmt. 

PLÄDOYER FÜR EINE VASE

In einer Ausstellung voller makelloser Keramikobjekte fällt sie sofort auf. Eine Vase, deren Risse sich frei über die Oberfläche ziehen. Die Keramik ist in zwei Teile zerbrochen. Ein Draht hält die Fragmente zusammen. Sie ist nicht mehr wasserdicht. Als Vase ungeeignet. Und dennoch steht sie im Zentrum eines Kapitels der Ausstellung Farbe berührt: Inklusion und Nachhaltigkeit.

Die Entscheidung, dieses Stück zu zeigen, ist alles andere als eine sentimentale Geste. Sie ist ein bewusstes Statement. In einer Zeit, in der Funktionsverlust oft zu Wertverlust führt, behauptet diese Vase das Gegenteil. Sie zeigt, dass ein Gegenstand trotz Beschädigung eine Bedeutung haben kann. Dass Schönheit nicht an Perfektion gebunden ist. Und dass Weiterverwendung mehr als eine ökologische Haltung ausdrückt. Sie erzählt von Wertschätzung.

Die Vase eignet sich nicht mehr für Wasser. Doch für Trockenblumen ist sie ideal. Und selbst ohne Inhalt bildet sie ein eigenes ästhetisches Zentrum. Sie steht nicht am Rand der Ausstellung, sondern mittendrin. Das ist ein wichtiger Punkt. Inklusion entsteht genau dort, wo Unterschiedlichkeit nicht abseits präsentiert wird, sondern selbstverständlich Teil des Ganzen ist.

Der chinesische Philosoph Laotse formulierte vor mehr als zweitausend Jahren einen Gedanken, der überraschend modern wirkt. In seinem berühmten Hinweis auf das „Nichts“ beschreibt er die Funktion des Leeren. Nicht die Wände eines Gefäßes, so sagt er, machen es nützlich, sondern der Raum dazwischen. Die Leere verleiht dem Objekt seine Aufgabe.

Überträgt man diesen Gedanken auf die beschädigte Vase, entsteht eine neue Lesart. Nicht der verlorene Nutzen definiert sie. Sondern das, was sich geöffnet hat. Die Risse lassen Licht durch. Sie lassen Luft hinein. Sie machen sichtbar, was vorher verdeckt war. Das Gefäß bekommt nicht weniger Bedeutung, sondern eine andere.

Inklusion bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, ein defektes Objekt aus Mitleid zu integrieren. Es bedeutet, seine veränderte Form ernst zu nehmen und seine Qualitäten neu zu betrachten. Die Vase ist nicht mehr dasselbe Objekt wie früher. Doch sie bleibt ein Objekt mit Charakter. Sie zeigt WandelbarkeitVerletzlichkeitWiderstandskraft. Genau dieser Dreiklang macht sie interessant.

Auch der Aspekt der Nachhaltigkeit erhält hier eine konkrete, fassbare Form. Keramik wegzuwerfen ist immer ein endgültiger Akt. Sie zerschellt, bleibt aber unvergänglich. Ton verschwindet nicht. Hier wurde nicht zerstört, sondern bewahrt. Reparatur wäre kaum möglich gewesen. Also fand man eine Zwischenlösung: ein Draht, pragmatisch, unsentimental. Funktional genug, um den Zustand zu stabilisieren. Sichtbar genug, um die Geschichte nicht zu verstecken.

Am Ende wirkt die Vase fast wie ein leiser Kommentar zur gesamten Ausstellung. Farbe berührt zeigt, wie Nuancen wahrgenommen werden können. Wie Schattierungen emotionale Tiefe eröffnen. Dieses Objekt führt eine weitere Dimension hinzu. Es lenkt den Blick auf die Brüche, die Übergänge, die offenen Stellen.

Und es erinnert daran, dass Wert nicht verschwindet, nur weil etwas anders geworden ist.

Inklusion entsteht genau dort,
wo Unterschiedlichkeit selbstverständlich Teil des Ganzen ist.

Ich sehe was,

WAS DU NICHT SIEHST.

Roswitha, Dr. Henkel, der Kurator, und ich, wir haben ein Meeting und greifen einen Satz aus der Kindheit auf. Er wirkt leicht und doch trägt er ein sanftes Denkgerippe in sich. Er führt zu mehr Aufmerksamkeit für das, was im Raum schlummert. Ein Spiel, das den Blick weitet und Freude streut wie feines Farbpuder.

Wir greifen diesen Gedanken für die Ausstellung auf.
Wir laden ein:
Komm näher.
Schau dich um.
Finde das kleine Glück am Bildrand.
Den sanften Schimmer im Blau.
Den kaum hörbaren Schritt einer Farbe, die erst im zweiten Blick ihren Ton zeigt.

Dieses Spiel öffnet Türen im Kopf. Es bringt Licht an Stellen, die lange schweigen. Es schafft ein Denkgefühl, das den Tag erhellt.

Roswitha mischt Pigmente. Ich halte eine Teeschale im Kurinuki-Stil daneben. Es entsteht ein stiller Dialog. Farbe trifft Form. Form antwortet mit einer Spur Erde. Aus diesem Miteinander wächst die Einladung an alle Besuchenden. Spiel mit uns. Spiel im Raum. Spiel mit uns im Internet. Finde das Unscheinbare und schenke ihm einen Moment.

So entsteht Leichtigkeit. Ein kleines Lächeln. Ein innerer Schritt, der sich warm anfühlt. Ein Spiel, das in jeder Ecke der Ausstellung wartet. Ein Spiel, das Freude trägt und den Blick erneuert.

Wenn Farbe zu denken beginnt

Wir sitzen im Atelier und spüren, wie Farbe leise in die Stunden rinnt. Sie legt sich auf die Dinge, auch auf die Allerkleinsten. Menschen, die schauen, blicken oft nur an der Oberfläche entlang. Ihr Blick huscht. Das Auge trägt Eile mit sich. Vieles bleibt übersehen wie eine Spur im Sand, die nur im sanften Winkel des Lichts aufscheint.

Farbe berührt möchte davon erzählen. Jeder Ton eine zarte Einladung. Eine Andeutung. Ein Wispern. Manchmal reicht ein Blau am Rand eines Bildes und ein Tag hebt sich an wie ein Vorhang. Dort beginnt das, was so viele Menschen übergehen. Es wächst in der Stille. Es kennt keine Bühne und auch kein Drängen. Es sitzt einfach da und wartet wie ein stiller Freund auf der Bank im Park.

Friederike, eine geübte Schutzengelin, taucht oft am Rand der Gedanken auf. Sie lächelt, wenn ein Besucher vor einem Bild stehen bleibt und den Atem etwas tiefer holt. Es entsteht ein Denkgefühl, das leicht schaukelt. Fast wie eine Schale aus der Keramik-Werkstatt. Rau, warm, voller innerer Landschaften. Ein Ding für einen Moment, der Halt schenkt.

In solchen Augenblicken beginnt das Wesentliche zu sprechen. Es flüstert nicht laut. Es trägt eine feine Spur von Alltag. Der Duft von Kaffee. Ein Schatten, der über einen Becher gleitet. Die Farbe einer Wolke am Morgen. Das sind Zeichen, die Leben ordnen. Sie richten einen Menschen sanft neu aus.

Ein Text kann Ähnliches. Eine kleine Geschichte öffnet Türen, ohne sie zu benennen. Sie legt sich uns in den Arm, wenn wir uns im Gedankenmeer verlieren. Sie zeigt Wege, ohne Landkarten zu malen. Sie macht Mut durch ihre Schlichtheit. Durch ihr Gewebe aus Sinn und Klang. Ein Satz gleitet ins Innere und bleibt dort wie ein warmer Kiesel.

Die Ausstellung Farbe berührt möchte zu dieser Art Schauen einladen. Sie will Räume bereithalten, in denen ein Besucher sich sammeln darf. Er kann Farben folgen, die singen. Er kann Linien erkennen, die atmen. Er erkennt Stimmungen, die in der Luft schweben. Jede Arbeit erzählt etwas über Sehnsucht, über innere Ordnung, über die Gabe des langsamen Hinschauens.

Wer diese Räume durchwandert, spürt am Ende eine heilsame Klarheit. Aus ihr wächst ein leiser Kompass für das eigene Leben. Ein Kompass aus Farbe, Gefühl und Einkehr. So wirkt Kunst als Hilfe und Erinnerung. Sie führt uns zurück zu dem, was im Verborgenen glänzt.

Der Blickanker

In Kunstausstellungen spielt Licht eine stille Hauptrolle. Besucher merken es meist erst, wenn es fehlt oder zu viel sagt. Ein gut gesetzter Spot verwandelt das Kunstobjekt in einen Blickanker und jede Farbe erhält ihren Auftritt. Genau darum hält unsere ausgewählte Leuchte nun das Zepter für die Keramiken. Sie wirkt wie ein schlanker Kompass aus Metall und zeigt an, wohin die Aufmerksamkeit wandern soll.

Eine gelungene Inszenierung formt das Denken durch gezielte Blickführung,, durch Spannung zwischen Hell und Dunkel, und durch das feine Schweben zwischen Nähe und Distanz. Der Lichtkegel setzt keine dramatischen Gesten. Eher einen einen zarten Schatten. Er führt sanft, fordert das Auge auf, Form und Farbe klarer zu sehen.

Farben verändern ihren Charakter, sobald ein Lichtfaden sie berührt.

Farben reagieren empfindlich auf jede kleine Verschiebung. Ein Rot wirkt unter warmem Licht wie ein stilles Glühen. Unter neutralem Licht zeigt es seine innere Struktur. Blau liebt klare Strahlen, denn sie heben die Tiefe hervor. Keramik mit rauer Oberfläche verlangt nach einem tangentialen Streiflicht.

Das Schwierige liegt im Suchen nach dem einen Punkt im Raum, an dem die Leuchte ihren Auftrag erfüllt. Verschiebt man sie einen Fingerbreit, verändert sich der Charakter des Objekts. Jede Farbnuance tanzt anders. Jedes Relief erzählt eine neue Version seiner Form. Wir wandern für die Ausstellung mit dem Spot durch die Räume, probieren Positionen aus und wundern uns darüber, wie launisch Farben auf eine unscheinbare Bewegung reagieren.

Der Pinsel tanzt

Das Atelier von Roswitha Schumacher-Kuckelkorn leuchtet in die Nacht wie ein offenes Versprechen. Die große Scheibe, einst Schaufenster, ist jetzt eher ein Rahmen. Es ist kaum ein Abstand zwischen der Straße und ihrer Kunst. Passanten bleiben stehen, gebannt vom Licht und Farbenmeer.

Drinnen die Malerin, umgeben von Pinseln, Gläsern, Tuben, Leinwänden. Auf dem Tisch eine kleine Ordnung im Chaos der Ideen. Rot, Grün, Blau. Jede Farbe steht in Reihe und will zuerst gehört werden. Im Schaufenster gerahmte Bilder. Farbenfrohe Zeugen ihrer Kunst.

Das Atelier von Roswitha Schumacher-Kuckelkorn leuchtet in die Nacht wie ein offenes Versprechen. Die große Scheibe, einst Schaufenster, ist jetzt ein Rahmen – kein Abstand mehr zwischen Straße und Kunst. Passanten bleiben stehen, gebannt vom Licht, das über die Farben streicht, sie lebendig macht. Drinnen steht Roswitha, umgeben von Pinseln, Gläsern, Tuben, Leinwänden. Auf dem Tisch eine kleine Ordnung im Chaos der Ideen. Rot, Grün, Blau – jede Farbe will zuerst gehört werden. Im Vordergrund: Tulpen in einem Glas, kräftig und verletzlich zugleich. Daneben eine weite Landschaft, in der Licht über Wiesen läuft, als wüsste es den Weg. Das Atelier ist Bühne und Werkstatt zugleich. Hier geschieht Malerei im Moment, sichtbar, ungeschützt. Die große Scheibe macht sie öffentlich, ohne sie zu entzaubern. Man spürt, dass Roswitha nicht malt, um etwas zu zeigen – sie malt, um etwas zu finden. Rheinstrasse 207 | Das Atelier von Roswitha Schumacher-Kuckelkorn | 2025

Das Atelier ist Bühne und Werkstatt zugleich. Hier geschieht Malerei im Moment, sichtbar, ungeschützt. Die große Scheibe macht sie öffentlich, ohne sie zu entzaubern. Man spürt, dass Roswitha Schumacher-Kuckelkorn nicht malt, um etwas zu zeigen. Sie malt, um etwas zu finden.

Das Dunkel der Nacht verliert in dem Moment an Gewicht, wo das Licht vom Raum nach draußen fällt. Farbe wird zum freundlichen Wegbegleiter. Lädt ein zum Dialog mit den Werken, bleibt anwesend, selbst wenn man weitergeht. Kunst und Leben sind manchmal nur durch eine Glasscheibe getrennt. Durchsichtig, aber voller Bedeutung.

Um Himmels willen…

Manchmal genügt ein ein kleines Bild und etwas rührt sich in uns. „Um Himmels willen..!“, rufen wir dann. Und meinen: Das trifft mich. Irgendwie. Farben tun das einfach. Sie brauchen keinen Plan, kein Warum. Sie treten auf, als wüssten sie genau, was uns fehlt.

So ist das mit der Farbe. Sie berührt uns ohne jede Erklärung.

Mit der Ausstellung „Farbe berührt“ wollen wir nichts beweisen, aber zeigen, was geschieht, wenn Farbe Raum bekommt. Wenn sie sich mit unserer Stimmung mischt, mit all unseren Erinnerungen, mit dem, was wir hoffen. Ein Bild ist in diesem Moment keine Fläche mehr. Es wird ein Gespräch. Zwischen dem, was außen ist, und dem, was innen antwortet.

Philosophen sagen gern, alles sei Interpretation. Das wird sicherlich stimmen. Aber wer einmal vor einem intensiven Rot stand, weiß, dass Denken da kaum mithalten kann. Farbe ist unglaublich direkt. Sie spricht mit dem Körper und vielleicht ist gerade das ihre Kunst, dass sie uns daran erinnert, das Fühlen vor dem Verstehen kommt. Manche nennen das spirituell. Andere einfach schön. Vielleicht ist es beides. Denn Schönheit hat nichts mit Perfektion zu tun. Sie entsteht im Moment, in dem wir uns berühren lassen. Allein darum lohnt sich das Schauen.

In der Vorbereitung zur Ausstellung fragen viele, worum es geht. Wir sagen dann: Um das, was Farbe mit uns macht. Darum, dass wir plötzlich still werden, ohne zu wissen warum.

Um Himmels willen also.

Aber diesmal freundlich gemeint. Nicht als Ausruf des Entsetzens, sondern als kleine Verneigung vor dem Leben. Das ist keine große Wahrheit, aber vielleicht eine nützliche.

Farbe berührt ist ein Versuch, diese kleinen Momente zu sammeln. Das Leuchten zwischen den Dingen. Das Unspektakuläre, das still glücklich macht. Das ist auch schon alles, was Kunst tun sollte. Sie öffnet eine Tür und wir dürfen durchgehen.

Für einen Augenblick.
Für ein Stück Himmel auf Erden.

Herzenswunsch

Jeder möchte im Herzen berührt werden. Wirklich jeder.
Ob Glück oder Liebe die Schlüssel sein können, wissen wir nicht.
Wir haben unseren eigenen Schlüssel zum Herzen.

Wer durch die Tür des Ateliers tritt, merkt es sofort.
Etwas wechselt die Richtung.
Das Grau bleibt draußen vor der Schwelle stehen.
Drinnen beginnt dann die Farbe zu sprechen.
Leise. Klar. Direkt ins Herz.

Manche Besucher lehnen sich erst an die Wand.
Tun so, als würden sie nur schauen.
Doch dann kippt der Moment.
Ein Gelb stupst sie an. Das Blau öffnet den Raum.
Rot erzählt von der Liebe.

Farbe kann das.
Sie braucht keine Bedienungsanleitung.
Sie erreicht die Menschen dort, wo sie empfänglich sind.
Ganz automatisch.

Unsere Ateliers sind keine Orte zum Flanieren mit verschränkten Armen.
Es sind Räume zum Arbeiten. Zum Atmen. Zum Staunen.
Zum Berührtwerden, ohne dass jemand „Berührung“ sagen muss.

Die Bilder hängen nicht still.
Sie leben.
Sie sehen dich an, auch wenn du wegschaust.
Einige sind charmant, andere frech, manche erholsam wie eine Pause.
Manche drängen sich allein durch ihre Größe auf, andere sind winzig klein.
Und doch nicht zu übersehen.

Wer möchte, bleibt lange.
Wer will, kommt nur kurz vorbei.
Beides zählt.
Denn Farbe macht keine Unterschiede.

Vielleicht schleicht sich ja der Hauch einer Farbe mit dir nach Hause.
In der Jacke, im Haar, in einem Gedanken.
Farbe hat diese Art, sich einzunisten. Unauffällig. Beharrlich.

Ein Atelier ist kein Käfig.
Es ist ein Platz, an dem Dinge passieren dürfen.
Nicht groß. Nicht laut.
Einfach nah.

Komm rein.
Stell dich mitten hinein.
Lass die Farbe machen.
Den Rest erledigt dein Herz.