Um Himmels willen…

Manchmal genügt ein ein kleines Bild und etwas rührt sich in uns. „Um Himmels willen..!“, rufen wir dann. Und meinen: Das trifft mich. Irgendwie. Farben tun das einfach. Sie brauchen keinen Plan, kein Warum. Sie treten auf, als wüssten sie genau, was uns fehlt.

So ist das mit der Farbe. Sie berührt uns ohne jede Erklärung.

Mit der Ausstellung „Farbe berührt“ wollen wir nichts beweisen, aber zeigen, was geschieht, wenn Farbe Raum bekommt. Wenn sie sich mit unserer Stimmung mischt, mit all unseren Erinnerungen, mit dem, was wir hoffen. Ein Bild ist in diesem Moment keine Fläche mehr. Es wird ein Gespräch. Zwischen dem, was außen ist, und dem, was innen antwortet.

Philosophen sagen gern, alles sei Interpretation. Das wird sicherlich stimmen. Aber wer einmal vor einem intensiven Rot stand, weiß, dass Denken da kaum mithalten kann. Farbe ist unglaublich direkt. Sie spricht mit dem Körper und vielleicht ist gerade das ihre Kunst, dass sie uns daran erinnert, das Fühlen vor dem Verstehen kommt. Manche nennen das spirituell. Andere einfach schön. Vielleicht ist es beides. Denn Schönheit hat nichts mit Perfektion zu tun. Sie entsteht im Moment, in dem wir uns berühren lassen. Allein darum lohnt sich das Schauen.

In der Vorbereitung zur Ausstellung fragen viele, worum es geht. Wir sagen dann: Um das, was Farbe mit uns macht. Darum, dass wir plötzlich still werden, ohne zu wissen warum.

Um Himmels willen also.

Aber diesmal freundlich gemeint. Nicht als Ausruf des Entsetzens, sondern als kleine Verneigung vor dem Leben. Das ist keine große Wahrheit, aber vielleicht eine nützliche.

Farbe berührt ist ein Versuch, diese kleinen Momente zu sammeln. Das Leuchten zwischen den Dingen. Das Unspektakuläre, das still glücklich macht. Das ist auch schon alles, was Kunst tun sollte. Sie öffnet eine Tür und wir dürfen durchgehen.

Für einen Augenblick.
Für ein Stück Himmel auf Erden.

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